Pressemitteilung

Rückblick auf erfolgreiche Arbeit und Wahl eines neuen Vorstandes

Inklusion ist kein Sparmodell – Neuer Vorstand setzt Schwerpunkt auf Qualität

Eine nicht alltägliche Mitgliederversammlung erwartete ca. 75 Mitglieder des Vereines INVEMA e.V., der sich für die Integration behinderter Menschen in einer inklusiven Gesellschaft im Kreis Siegen-Wittgenstein bereits seit über 20 Jahren einsetzt.

Bereits im Vorfeld hatte die langjährige, von 2002 bis heute amtierende 1. Vorsitzende des Vereines, Heike Hachenberg bekannt gegeben, dass sie für die kommende Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehen würde!

Rückblick

Doch zunächst erläuterten sowohl sie als auch der Geschäftsführer Stephan Lück die zurückliegenden Aktivitäten des Geschäftsjahres 2013/2014, ergänzt durch die Vorträge einzelner Leitungskräfte der unterschiedlichen Arbeitsbereiche des Vereines. Insgesamt konnte am Ende der vielen Vorträge positiv festgestellt werden, dass die Hauptziele des Vereines, die Förderung der Integration und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen und die Entlastung der Angehörigen auch im vergangenen Jahr wieder erfolgreich umgesetzt werden konnten.

Mit Hilfe der ca. 250 ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiter werden zurzeit ca. 250 Kunden des Vereines (in allen Altersklassen und mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen) regelmäßig, individuell und selbstbestimmt unterstützt.

Zu den Angeboten des Vereines gehört der „Familienunterstützende Dienst“, mit dessen Hilfe Menschen mit Behinderung und deren Angehörige zumindest zeitweise ein selbstbestimmtes Leben im Freizeitberiech führen können, das Angebot des „Ambulant unterstützten Wohnens“, welches erwachsenen Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung ein individuelles Leben in der eigenen Wohnung ermöglicht, der Bereich „Schule“, der Kindern mit Behinderung die notwendige Hilfe und Assistenz in Regelschulen anbietet, die „Beratungsstelle“, die den Menschen mit Behinderung selbst und den Angehörigen wertvolle Beratung bietet und nicht zuletzt das „Projekt Trägerberatung im Freizeitbereich“, welches „ganz normalen Anbietern“ der Kinder- und Jugendarbeit Beratung und Hilfestellung dabei anbietet, die eigenen Angebote inklusiv zu gestalten. All diese Angebote trugen im letzten Jahr wieder dazu bei, im Kreis Siegen-Wittgenstein nicht nur über Möglichkeiten der Integration zu reden, sondern Inklusion praktisch umzusetzen!

Wahl des neuen Vorstandes

Die mit Spannung erwartete Wahl des neuen Vorstandes verlief reibungslos und gab bei aller Trauer über den „Weggang“ der bisherigen Vorsitzenden Heike Hachenberg gleichzeitig auch Grund und Anlass zur Freude:
Zusammen mit Geschäftsführer Stephan Lück erklärten sich gleich 12 Mitglieder dazu bereit, die Geschicke des Vereines zu leiten! Zur 1. Vorsitzenden wurde einstimmig die ehemalige hauptberufliche Mitarbeiterin Christiane Münker gewählt, die mit dem Verein bereits seit ihrem Praktikum als Studentin vertraut ist und langjährige Mitarbeiterin und Leitungskraft in mehreren Bereichen war. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde ebenfalls einstimmig Ursel Otto gewählt. Auch Frau Otto gehörte mehrere Jahre als hauptberufliche Mitarbeiterin dem Bereich „Wohnen“ an und bringt nun aus ihrer beruflichen Tätigkeit als gesetzliche Betreuerin viele für die Vorstandsarbeit wertvolle Erfahrungen mit.

Auch wieder vertreten im neuen Vorstand sind Kunden des Vereines, Angehörige und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen, so dass eine vielseitige, aus verschiedenen Blickwinkeln gesehene Sichtweise bei der Bearbeitung der anstehenden Themen und Probleme auch im neu-gewählten Vorstand wieder gewährleistet ist!

Zukunftspläne

Pläne für das ablaufende und insbesondere nächste Jahr hat der Vorstand genug:
So soll u.a. ein Konzept entwickelt werden, auf welche Weise sich das selbstbestimmte Leben in der eigenen Wohnung auch für Menschen mit sehr starken Beeinträchtigungen umsetzen und finanzieren lässt. Denn „Selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden“ ist laut der UN-Behindertenrechtskonvention ein Menschenrecht und kann nicht nur das Privileg von Menschen sein, die wenig Unterstützung benötigen!

Auch im Bereich „Schule“ gibt es einiges zu tun, wie Stephan Lück, Geschäftsführer und Gründer des Vereines berichtet: „Nachdem der jahrelange Kampf für das Recht auf Beschulung in einer Regelschule durch die UN-Konvention und das neue NRW-Schulgesetz erfolgreich beendet werden konnte, ist es nun an der Zeit, die Qualität des „Gemeinsamen Unterrichts“ zu sichern! Nach wie vor mangelt es dabei an der dafür notwendigen Ausbildung angehender Lehrer, den Weiterbildungsangeboten für die Lehrkräfte vor Ort in den Regelschulen und einigen anderen sinnvollen Rahmenbedingungen! Auch die nach wie vor vorhandenen „Barrieren im Kopf“ vieler Lehrkräfte müssen angegangen und beseitigt werden!“

Darüber hinaus werden viele Aktionen, Infostände und –veranstaltungen auch im Jahre 2015 wieder zu den Aktivitäten des Vereines gehören, die alle „unterm Strich“ nur eines zum Ziel haben: die Integration behinderter Menschen im Kreis Siegen-Wittgenstein zu fördern!

Verabschiedung des „alten“ Vorstandes

Am Ende der Vollversammlung wünschte die „alte Vorsitzende“, Heike Hachenberg dem neuen Vorstand gutes Gelingen und Entschlossenheit im Hinblick auf die Umsetzung der Ziele des Vereins: „Es sind immer nur kleine Schritte, die wir gehen können aber langfristig wird sich durch unsere Angebote das Miteinander behinderter und nichtbehinderter Menschen verändern und wirkliches Miteinander „normal“ werden! Und von daher lohnt sich jeder noch so kleine Schritt in Richtung einer inklusiven Gesellschaft“!

Im Anschluss an die Vollversammlung wurde dann die „alte Vorsitzende“ gebührend verabschiedet mit Dankesworten von Mitarbeitern und Kunden und einem von den Leitungskräften des Vereines selbst „gezauberten“ Buffets.