Barrieren abbauen – Teilhabe ermöglichen:

Entwicklung barrierefreier Freizeit-, Sport- und Kulturangebote
im Kreis Siegen-Wittgenstein

Hintergrund und Ziele des Projektes:

Menschen mit Behinderung sehen – laut „Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen“ – einen hohen Handlungsbedarf in Bezug auf den Abbau von Barrieren im Freizeitbereich. Des Weiteren wird die Teilnahme an Freizeitangeboten auch dadurch erschwert, dass im Vorfeld von Veranstaltungen oft keine Informationen bezüglich der Barrierefreiheit der Veranstaltungsräume und –orte vorhanden sind.
Auch im Kreis Siegen-Wittgenstein mangelt es an Informationen darüber, welche Angebote barrierearm sind und bei welchen Kultur-, Freizeit- oder Sportstätten vorhandene Barrieren die Teilhabe erschweren oder gar unmöglich machen.
Von daher ist vorrangiges Ziel des Projektes die Teilnahme von Menschen mit Behinderungen an Freizeitangeboten zu ermöglichen! Maßgeblich dafür sind zum einen der Abbau oder die Überwindung umweltbedingter Barrieren. Zum anderen möchten wir aber auch die Anbieter von Aktivitäten und Veranstaltungen dabei unterstützen, ihre Angebote barrierefrei zu planen und durchzuführen.
Wenn wir uns bewusst machen, dass nahezu alle Menschen in unterschiedlichen Phasen ihres Lebens einmal auf Barrierefreiheit angewiesen sind (z.B. in der Schwangerschaft, bei Krankheit, nach Unfällen oder im Alter), dann wird schnell deutlich, dass Barrierefreiheit ein für uns alle wichtiges Thema ist! Und da nicht nur Inklusion, sondern auch Barrierefreiheit im Kopf beginnt, ist es wichtig, Barrieren auszumachen, andere auf Barrieren hinzuweisen und daran mitzuwirken, dass die Barrieren nach und nach verschwinden!

Inklusion im Freizeitbereich? Was bedeutet das?

Inklusion in den Bereichen Freizeit, Sport und Kultur bedeutet, „alle können dabei sein, haben ein Recht darauf, teilzunehmen an dem, was andere auch tun und fühlen sich willkommen“! Solange nicht alle gemeint sind und nicht wirklich alle mitmachen können, sollte man nicht von Inklusion sprechen. Inklusive Sport-, Freizeit- und Kulturangebote sind vor allem keine „Extra“-Angebote für Menschen mit Behinderung! Es geht darum, die bestehenden Angebote „inklusiv, barrierefrei“ zu gestalten, nicht darum, neue Angebote zu schaffen!

Barrierefreiheit – eine Definition

„Behindert ist man nicht … behindert wird man … wenn man auf umwelt- oder einstellungsbedingte Barrieren stößt!“

Wie auch das Denken über Inklusion, so beginnt auch das Nachdenken über Barrierefreiheit „im Kopf“! Es gilt zu verstehen, dass nicht die Behinderungen der Menschen ihre Teilhabe verhindern, sondern die Barrieren. Wenn wir das verstanden haben, können wir – nein, müssen wir – Barrieren abbauen, Barrierefreiheit schaffen. „Barrierefreiheit bedeutet, dass Gebäude und öffentliche Plätze, Arbeitsstätten und Wohnungen, Verkehrsmittel und Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und Freizeitangebote so gestaltet werden, dass sie für alle (möglichst ohne fremde Hilfe) zugänglich sind.“

Unsere Angebote:

  • Kostenlose Beratung: Wir beraten Anbieter aus den Bereichen Freizeit, Kultur und Sport hinsichtlich der Umsetzung von Inklusion und Barrierefreiheit und sensibilisieren bezüglich der (noch) vorhandenen Barrieren in den eigenen Veranstaltungsräumen. Darüber hinaus bieten wir unsere Hilfe dabei an, die vorhandenen Angebote und geplanten Veranstaltungen barrierefreier zu organisieren und durchzuführen.
  • Fortbildungen: Wir kommen auf Wunsch in Ihre Organisation und schulen Ihre haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter(innen). Folgende Fortbildungsmodule können wir Ihnen anbieten:
  1. Barrierefreiheit für ALLE – Ziel ist hier, die Bedeutung von Barrierefreiheit für verschiedene Zielgruppen und unterschiedliche Beeinträchtigungen zu verstehen
  2. Inklusion und Selbsterfahrung – Ziel ist hier die Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion, zum Abbau einstellungsbedingter „Barrieren in den Köpfen“
  3. Barrierefreie Veranstaltungsplanung – Ziel ist hier, die bereits geplante oder aber regelmäßig stattfindende Veranstaltung hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit zu überprüfen und zu planen
  4. Barrieren abbauen – aber wie? Ziel ist hier, sich über Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogramme zur Herstellung von Barrierefreiheit zu informieren
  • Arbeitshilfen: Wir haben für Sie Arbeitshilfen erstellt, die Sie bei der Herstellung von Barrierefreiheit unterstützen können und unterstützen Sie dabei, eigene Arbeitshilfen, Flyer, Einladungen oder Veranstaltungsprogramme in „einfache Sprache“ oder Brailleschrift „zu übersetzen“.
  • Entleihbarer Hilfsmittelpool: Wir halten für Sie verschiedene Hilfsmittel bereit, die Sie für Ihre Veranstaltung bei uns ausleihen können. So können Barrieren vor Ort – ohne den Einsatz eigener finanzieller Mittel – überwunden werden!
  • Kreisweiter Assistenzpool: Wir organisieren für Sie auf Wunsch Assistenten, die Menschen mit Unterstützungsbedarf im Verlauf Ihrer Veranstaltung begleiten, unterstützen und die individuelle Assistenz gewährleisten können.
  • Bestandsaufnahmen: In Kooperation mit der Landesinitiative „NRW inklusiv“, dem Projekt „Agentur Barrierefrei NRW“ und der UNI Siegen werden von uns Veranstaltungsorte hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit in einer Datenbank erfasst. Die Ergebnisse werden auf der Internet-Plattform „informierbar.de“ veröffentlicht. So wird es möglich, im Vorfeld einer Veranstaltung die „Barrieren des Veranstaltungsortes“ in den Blick zu nehmen und die individuellen Teilnahmemöglichkeiten einschätzen zu können.
  • Veröffentlichung von barrierefreien Veranstaltungen: Wir unterstützen Sie dabei, Ihre barrierefreie Veranstaltung öffentlich und den verschiedenen Zielgruppen zugänglich zu machen.
  • Zusammenarbeit mit „Experten in eigener Sache“: Wir arbeiten eng mit Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen zusammen, um deren Bedürfnisse abzufragen und auf die oft wertvollen individuellen Erfahrungen zurückgreifen zu können.