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Schulassistenz funktioniert auch unter Lockdown-Bedingungen

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Schulassistenz funktioniert auch unter Lockdown-Bedingungen!

Der Verein INVEMA aus Kreuztal unterstützt Kinder mit Behinderung während den aktuellen Schulschließungen beim „Homeschooling“.

Seit fast einem Jahr hat sich das öffentliche Leben in weiten Teilen der Gesellschaft durch die andauernde Corona-Pandemie stark verändert und die Auseinandersetzung mit neuen Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln ist fast zum Alltag geworden.

Besonders hart trifft es Schülerinnen und Schüler, die aufgrund des fehlenden Präsenzunterrichts ihre Schulausbildung im Rahmen des sogenannten „Homeschooling“ von zu Hause aus bewältigen müssen. Vor allem Kinder mit einer Behinderung sind mit dem Unterricht am heimischen Computer oftmals überfordert und können die Aufgaben nicht selbstständig bearbeiten. Auch die Eltern sind durch die Auswirkungen der fehlenden Beschulung in der Schule und des teilweise sehr hohen Unterstützungsbedarfs des eigenen Kindes in einigen Fällen stark belastet.

Stephan Lück (Geschäftsführer des Vereins INVEMA aus Kreuztal) erklärt: „Viele Kinder mit einer Behinderung benötigen zusätzliche Assistenz im Unterricht oder spezielle pädagogische Anleitung durch Fachkräfte um am Regelunterricht teilnehmen zu können. Diese notwenigen Aufgaben werden im „Homeschooling“ leider oftmals vernachlässigt und viele Eltern sind damit völlig überfordert.“

Der Verein INVEMA aus Kreuztal bietet den betroffenen Familien bei Bedarf eine Fortführung der Unterstützung der Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung auch unter Lockdown-Bedingungen an. Dazu können sowohl häusliche als auch digitale Formen der Assistenz zählen. Manche Schulassistentinnen und Schulassistenten suchen die Kinder zu Hause auf und unterstützen sie beim „Homeschooling“, andere nehmen selbst vom eigenen Computer aus an Videokonferenzen teil und unterstützen die Kinder „digital“. Selbstverständlich können die Schulassistentinnen und Schulassistenten die Schülerinnen und Schüler bei Bedarf auch in die „Notbetreuung“ der Schule begleiten.

Justin Sommer wird zum Beispiel jeden Tag von der Schulassistentin Christiane Feldmann beim digitalen Unterricht der Hauptschule Wilnsdorf per Videokonferenz von zu Hause aus unterstützt. Christiane Feldmann erzählt: „Homeschooling wird in der Öffentlichkeit oft schlecht dargestellt. Bei uns läuft das aber sehr gut. Justin kann mit meiner Unterstützung am Online-Unterricht teilnehmen und so die Kontakte zu seinen Mitschülern aufrechterhalten. Bei Bedarf gehen wir in einen separaten Videokonferenzraum und sprechen die Aufgaben zu zweit nochmal durch.“ Auch Justins Mutter ist begeistert: „Ich bin froh, dass Justin die Unterstützung hat und nutzen kann. Mit mir als Mutter würde das nicht funktionieren.“

Justin mit der Schulassistentin Christiane Feldmann und seinen Lehrern

Die Schulassistentin Anja Klein fährt jeden Tag zu Jori Stöcker nach Hause und unterstützt Ihn „vor Ort“ bei seinen Schulaufgaben. Joris Mutter berichtet: „Ohne die Hilfe unserer Schulassistentin könnte ich meinem Beruf im Moment nicht nachgehen.“ Auch Jori ist sichtlich zufrieden: „Mit Anja macht Homeschooling Spaß!“

Jori mit seiner Schulassistentin Anja Klein

Diese beiden Beispiele zeigen deutlich, dass die Assistenz der Schülerinnen und Schüler mit Behinderung auch während dem aktuellen Lockdown gut funktionieren kann und gleichzeitig die Familien entlastet werden. Stephan Lück: „Wir hoffen, dass wir auch weiterhin gemeinsam mit Politik und Verwaltung Lösungen finden, um für Kinder mit einer Behinderung und deren Familien während den Schulschließungen verlässliche Unterstützungsangebote bereitstellen zu können.“

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